Das Mittagstief – die 3 besten Gegenmittel

Wer kennt es nicht – das Mittagstief während der Arbeit. Vor allem nach dem Essen schlägt das volkstümlich so genannte Kantinenkoma erbarmungslos zu – mal mehr, mal weniger.

Hund auf Couch

Foto richard / piqs.de

Woher kommt dieser Durchhänger und was können wir dagegen tun?

Unsere innere Uhr ist so eingestellt, dass wir die höchste Leistungs- und Konzentrationsfähigkeit in den Morgen- und Vormittagsstunden sowie am Nachmittag haben. Dazwischen ergreift uns mehr oder weniger die fachsprachlich als „postprandiale Müdigkeit“ bezeichnete Leistungsflaute nach dem Essen.

Woher kommt das? Im Tagesverlauf verlangen Körper und Geist eine etwas längere Pause zur Regeneration. Das ist normal. Bei monotonen, bewegungsarmen Tätigkeiten, wie beispielsweise im Büro, spüren wir das mehr als wenn wir sehr abwechslungsreich beschäftigt sind. Dazu kommt der Verdauungsprozess nach dem Mittagessen. Dieser verlangt von unserem Körper viel Energie. Eine große Menge sauerstoffreiches Blut strömt in den Bauchraum und nicht mehr ins Gehirn. Die Folge – je üppiger die Mahlzeit, desto stärker das Mittagstief.

Was können wir dagegen tun? Nachdem wir nun die Ursachen kennen, stellt sich die Frage, wie wir damit umgehen sollten. Absolut falsch wäre es, wenn wir mit Aufputschmitteln dieses körperlich-geistige Bedürfnis ständig „ausschalten“ wollten. Damit würden wir im Laufe der Zeit unserer Gesundheit schaden. Viel besser ist es, dem Körper das zu geben, was er braucht:

1. Bewegung und Sauerstoff

Bewegung sollten wir ja grundsätzlich in den Tagesablauf einbauen – das ist ein absolutes Muss! Da gibt es unzählige Möglichkeiten, wie Treppensteigen statt Liftfahren, bewusst die Toilette zwei Etagen höher benutzen, beim Telefonieren aufstehen und ein paar Schritte gehen, ein paar Kniebeugen zwischendurch und, und, und …dazu an anderer Stelle mehr.

Eine sehr gute Möglichkeit, auch ordentlich Sauerstoff zu tanken, ist ein flotter Spaziergang vor oder nach dem Essen an der frischen Luft. Dabei sollte man tief ein- und bewusst lange ausatmen. Bereits nach wenigen Minuten erhöht sich der Kalziumspiegel im Blut und wir fühlen uns auf ganz natürliche Weise munterer. Grundsätzlich erfordert jede Bewegung Muskelarbeit und regt den Kreislauf an. Dadurch wird mehr Sauerstoff aufgenommen, der nicht nur der Muskulatur sondern in großem Maße auch unserem Gehirn zu Gute kommt. Auch dieser Effekt wirkt gegen die Müdigkeit und Konzentrationsschwäche.

2. Leichte, aber eiweißreiche Kost

Üppige Mahlzeiten führen fast zwangsläufig in ein tiefes Kantinenkoma. Mit unserem Essverhalten haben wir es selbst in der Hand, wie viel Arbeit unser Körper mit der Verdauung hat und wie wir uns nach dem Essen fühlen. Anders als oft angenommen, brauchen Körper und Geist zur Überwindung des Mittagstiefs nicht den Schub an Kohlenhydraten sondern hochwertiges, leicht verdauliches Eiweiß. In Verbindung mit frischem Gemüse lassen sich schnell leichte und schmackhafte Gerichte kreieren. Hier drei Beispiele:

Hühnersuppe
Unter allen Fleischvarianten ist Hühnerfleisch der bekömmlichste Eiweißlieferant. Hühnersuppe in Kombination mit viel Gemüse sowie Reis, Kartoffeln, Hirse oder auch Buchweizen und der heißen Flüssigkeit wirkt es sehr belebend.

Griechischer Salat
Der Salat ist einfach und schnell zubereitet und leicht verdaulich. Der Schafskäse ist ein wertvoller Eiweißlieferant und auch in den Oliven stecken, neben dem hochwertigen Fett auch Proteine.

Hülsenfrüchte
Pflanzliche Eiweißlieferanten, wie Linsen, Bohnen und Erbsen sind für eine vollwertige und fettarme Ernährung besonders wichtig. Denn im Gegensatz zu Fleisch und Käse sind sie einerseits frei von tierischen Fetten und enthalten andererseits verdauungsfördernde Ballaststoffe.

Auch Fisch, Eier und Tofu liefern hochwertiges Eiweiß und können auf verschiedene Art schnell zubereitet werden. In Kombination mit den tollsten Salatkreationen entstehen leckere, leicht verdauliche Gerichte, die Blutzuckerspitzen verhindern und dem Mittagstief entgegen wirken.

3. Power-Napping

Das wohl effektivste Mittel gegen das Mittagstief ist wohl, einfach nach zu geben. Ein kurzes Schläfchen, das so genannte Power-Napping, kann die Energietanks relativ schnell wieder auffüllen und soll Bluthochdruck und Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorbeugen. Aus diesen Gründen bieten fernöstliche und US-amerikanische Firmen spezielle Ruheräume an. Auch in Deutschland stellen Unternehmen wie BASF, Opel und Lufthansa inzwischen entsprechende Räume zur Verfügung.

In Japan ist bereits seit langem üblich, in der Bahn, auf der Parkbank, am Schreibtisch oder sogar in Meetings ein kurzes, als Inemuri bezeichnetes Nickerchen zu machen. Und einer griechischen Studie mit 23.500 Probanden zufolge senkt der kurze Mittagsschlaf das Herzinfarktrisiko um 37 Prozent.

Trotz dieser überzeugenden Vorteile für die Wiederherstellung der Leistungsfähigkeit und die Erhaltung der Gesundheit wird das Power-Napping nicht allerorts gern gesehen. Aber möglicherweise erkennen immer mehr Chefs, dass das Wohlbefinden und die Produktivität der Mitarbeiter nach einem Kurzschlaf messbar ansteigen. Und vielleicht wird es auch in unseren Breiten zur Normalität, dass wir gegen Mittag für ein Weilchen in Morpheus ́ Arme sinken.

Beim Power-Napping muss jedoch beachtet werden, nicht länger als 20 Minuten zu schlafen, da man etwa nach dieser Zeit in eine Tiefschlafphase fällt. Deshalb ist es ratsam einen Kurzzeitwecker zu stellen oder einen Schlüsselbund in die Hand zu nehmen. Beim Eintritt in die Tiefschlafphase, wobei sich der Körper vollkommen entspannt, gleitet der umklammerte Gegenstand aus der Hand und fällt zu Boden. Der Schläfer weckt (hoffentlich) auf und kann sich nun mit einigen Atemübungen oder leichter Gymnastik schnell aufmuntern. Man fühlt sich nach kurzer Zeit, als hätte man zwei Stunden fest geschlafen und kann wieder in den normalen Tagesrhythmus zurückkehren. Denn in der kurzen Ruhe liegt viel Kraft.

Ich empfehle, alles einmal auszuprobieren! Es lohnt sich!

Herzlichst Jörg Polster

 

 

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  1. 5 Tricks gegen Frühjahrsmüdigkeit - 11. April 2015

    […] Ich habe es ausprobiert. Kurzschlaf geht allerdings nur am WE. Aber leichte Kost macht nicht müde, im Gegenteil gibt einen Energieschub. […]

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